Ausstellung

Medienzentrum

Integrations-Ausstellung „Spurensuche“ von Franz Naber

Was ist aus Ratinger Kindern ehemaliger Gastarbeiter nach 30 Jahren geworden?

Eröffnung im Medienzentrum am 22. Juni 2026.

Die Geschichte Ratingens ist eine Geschichte der Zuwanderung. Zu allen Zeiten sind Menschen aus den unterschiedlichsten Himmelsrichtungen nach Ratingen gekommen und hiergeblieben. Heute hat mehr als ein Drittel der Ratinger Bevölkerung einen Migrationshintergrund – ein wichtiger Grund, um im Jahr des 750-jährigen Stadtjubiläums auch die Geschichte der Zuwanderung zu beleuchten. Deshalb zeigt die Stadt Ratingen noch einmal die viel beachtete Ausstellung „Spurensuche“ des ehemaligen Ratinger Integrationsbeauftragten Franz Naber aus dem Jahr 2009. Die Eröffnung findet am Montag, 22. Juni, 17 Uhr im Medienzentrum statt. Danach ist die Ausstellung bis zum 3. Juli während der Öffnungszeiten des Medienzentrums zu sehen.

Franz Naber war eine Legende der Integration. Schon in den frühen 70er Jahren wurde er zu einem der bundesweit ersten Ausländerbeauftragten ernannt und bekleidete dieses Amt drei Jahrzehnte lang mit großem Engagement – und wenn es sein musste, auch hemdsärmelig und mit unorthodoxen Methoden. So wurde zum Beispiel, noch ohne das damals zu ahnen, der Grundstein für die Ausstellung „Spurensuche“ gelegt.

Zu Beginn seiner Tätigkeit kümmerte sich Naber um die damals noch „Gastarbeiter“ genannten Menschen, die als Arbeitskräfte aus südeuropäischen Ländern angeworben worden waren, um das deutsche Wirtschaftswunder aufrechtzuerhalten. Im Begriff „Gastarbeiter“ schwang schon die Erwartung mit, dass diese, wenn sie nicht mehr gebraucht würden, in ihre Heimatländer zurückkehren würden. Entsprechend miserabel wurden viele von ihnen behandelt. Naber musste erleben, unter welch teilweise empörenden Wohnbedingungen viele dieser Menschen untergebracht waren.

Um auf diese Zustände aufmerksam zu machen, hielt er, gemeinsam mit einem befreundeten Fotografen, die Menschen in ihrem Wohnumfeld bildlich fest. Die Fotodokumentation zeigte er, mit diskreter, aber ausdrücklicher Billigung des damaligen Stadtdirektors Dr. Alfred Dahlmann, dann öffentlich – und trat damit manch einem Vermieter der abgelichteten Bruchbuden durchaus nachdrücklich auf die Füße.

Die Geschichte nahm dann bekanntlich einen anderen Verlauf, als viele sich das vor 60 Jahren vorgestellt hatten. Die „Gastarbeiter“ und ihre Kinder fanden in Ratingen (wie in mehr oder weniger allen anderen Städten auch) eine neue Heimat und bilden heute einen selbstverständlichen und wichtigen Teil der Stadtgesellschaft.

Franz Naber wollte nach seinem Ruhestand diese Geschichte der Menschen dokumentieren und konnte dafür die alten Fotos aus den 70er Jahren als Fundus nutzen. Er spürte etliche der damals gezeigten Kinder auf, viele von ihnen immer noch in Ratingen, und ließ sie ihre Geschichte erzählen. 

Davon handelt die Ausstellung „Spurensuche – Integrationswege in Ratingen und anderswo“. Sie wird zum Stadtjubiläum auf ausdrücklichen Wunsch und gewissermaßen als Vermächtnis des 2025 verstorbenen Franz Naber gezeigt.

Uhrzeit/BeginnDienstag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, Samstag von 10:00 bis 14:00 Uhr
AdressePeter-Brüning-Platz 3, 40878 Ratingen